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3.3.1 Touristische Schwerpunkträume

 

Schwerpunktraum A (Entwicklungskorridore Müggelberge und Grünau sowie die Gartenvorstadt Falkenberg)

Das Aktivitätsprofil dieses Schwerpunktraumes wird hauptsächlich durch die Naherholung, durch Wandern, Radfahren und Spazierengehen, durch den Wassersport und verwandte Freizeitaktivitäten sowie durch die entsprechende Ausflugsgastronomie geprägt.

Die Erreichbarkeit des Schwerpunktraumes über den öffentlichen Nahverkehr, über das Radwegenetz und den MIV sowie vom Wasser her ist ausreichend, obwohl von der Wasserseite her einige Verbesserungen wünschenwert wären (z.B. durch Reaktivierung von aufgegebenen öffentlichen Anlegestellen und Fährverbindungen auf dem Müggelsee und dem Langen See). Die Parkmöglichkeiten in Nähe der verschiedenen Objekt- und Entwicklungsbereiche sind aufgrund von flächenbezogenen Nutzungsbeschränkungen (Landschafts-, Natur- und Wasserschutz) jedoch sehr begrenzt. Die innere Erschließung des Schwerpunktraumes über Wander- und Radwege ist teils erneuerungs- und erweiterungsbedürftig. Es fehlt auch ein funktionsfähiges Wegeleitsystem zu Lande und zu Wasser.


1. "Entwicklungskorridor Müggelberge"

Dieser "Korridor" zwischen Marienlust am Langen See über das Müggelturmareal am Teufelsee mit dem Lehrpfad bis hinunter zu Rübezahl am Müggelsee mit einer schmalen Ausbuchtung am Langen See entlang von Marienlust über Schmetterlingshorst bis zum Ortsteil Wendenschloss stellt einen zentralen touristischen Entwicklungsbereich im Berliner Süd-Ost-Raum dar. Es bestehen die besten Voraussetzungen, diesen traditionellen Berliner Ausflugsort wieder zu reaktivieren.

Gerade vor dem Hintergrund der Notwendigkeit, zwischen Landschafts-, Natur- und Wasserschutz auf der einen und der aus überlokalen Gründen ebenfalls berechtigten touristischen (Erholungs-)Nutzung auf der anderen Seite zu vermitteln, bedarf dieser "Korridor" intensiver Planung und Steuerung.

Maßnahmen:

  • Bündelung der Besucherströme auf das engere Gebiet des "Korridors": von Wendenschloss her über Schmetterlingshorst, Marienlust, über das Müggelturmareal und Teufelsee bis Rübezahl,
  • Reaktivierung der aufgegebenen Schiffsanlegestellen und der öffentlichen Sportbootanleger,
  • Wiederaufnahme der Fährverbindungen auf dem Langen See und dem Müggelsee,
  • Rekonstruktion der Standorte der traditionellen Ausflugslokale in Schmetterlingshorst, Marienlust und am Müggelturm (evtl. Gastronomiemix aus gehobener Gastronomie und einfachen Ausflugslokalen),
  • Öffnung des Parkplatzes am Dorint-Hotel sowie
  • Einführung eines Leitsystems mit wasserseitigen Verknüpfungen.

2. "Entwicklungskorridor Grünau"

Auch dieser "Korridor" zwischen der Wassersportallee der Dahme und dem Langen See entlang über die Wassersportanlage "Regattastrecke" bis zum Strandbad Grünau gehörte einmal zu den traditionellen Ausflugs-, Freizeit- und Sportgebieten der Berliner. Mit den Veränderungen des Ausflugsverhalten nach 1989 erlebte dieses Gebiet einen rasanten Niedergang. Heute stehen die bekanntesten Ausflugsgaststätten und Freizeiteinrichtungen leer, die meisten öffentlich zugänglichen Flächen sind verwahrlost und untergenutzt.

Die Reaktivierung und Entwicklung dieses "Korridors" steht im Zusammenhang mit den Entwicklungsmaßnahmen im "Entwicklungskorridor Müggelberge".

Maßnahmen:

  • Prüfung der Entwicklungskonzepte für das Gelände "Riviera" und Ball-/Gesellschaftshaus sowie für die Regattastrecke,
  • Ansiedlung von Freizeiteinrichtungen, z.B. einer Wasserskianlage als Ergänzung (Erweiterung) des (privatisierten) Strandbads Grünau und Freizeitanlagen auf dem Lande,
  • Öffnung des Schiffsanlegers für den Regelverkehr und für Sportboote,
  • Bemühungen um die Öffnung des Uferbereichs,
  • Umfeldverbesserungen,
  • Lösung des ruhenden Verkehrs sowie
  • Einführung eines Leitsystems mit wasserseitigen Verknüpfungen.

3. Gartenvorstadt Falkenberg

Die Gartenvorstadt, eine der bedeutendsten Kleinsiedlung von Bruno Taut (in Teilen von Heinrich Tessenow) aus der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg, ist in den touristischen Schwerpunkbereich einbezogen. Dieses "touristische Objekt" liegt am Endpunkt des "Entwicklungskorridors Grünau" (S-Bahnhof Grünau) und ist von dort fußläufig gut zu erreichen.

 



Schwerpunktraum B (Entwicklungskorridor Treptower Park - Plänterwald, Alt-Treptow und Wohngebiet Am Treptower Park)

Das Aktivitätsprofil dieses Schwerpunktraumes bestimmen hauptsächlich die Naherholung, Freizeitaktivitäten, Erlebnistourismus, aber auch Spazierengehen, Architektur und die Personenschifffahrt. Die zentrale touristische Infrastruktur, die Ausflugsgastronomie, ist ausreichend bis gut.

Die Erreichbarkeit des innenstadtnahen Schwerpunktraumes über den öffentlichen Nahverkehr, über das Radwegenetz und den MIV sowie vom Wasser her ist gut. Parkmöglichkeiten an oder in Nähe der verschiedenen Objekt- und Entwicklungsbereiche sind ebenfalls vorhanden. Die innere Erschließung des Schwerpunktraumes vorrangig und in Teilen ausschließlich über Wander- und Radwege ist ohne größere Barrieren gewährleistet. Aber auch hier fehlt ein funktionsfähiges Wegeleitsystem zu Lande und zu Wasser.

1. "Entwicklungskorridor Treptower Park - Plänterwald"

A. Treptower Park

Das beliebte Berliner Ausflugsziel wird als "touristisches Objekt mit Neuordnungsbedarf" eingestuft. Teilräume des Parks sind von Ausflüglern und Naherholern sowie von temporärer und mobiler "Gastronomie" schon heute überlastet.

Maßnahmen:
  • Funktionale Raumdifferenzierung: Norden - Personenschifffahrt, Mitte - Historie, Kultur, (Sternwarte, Sowj. Ehrenmal), Süden - Erholung, Sport (Skateboard, Fahrrad, Liegewiesen),
  • Funktions- bzw. Aufgabenteilung mit dem Plänterwald (Entlastung des Treptower Parks) sowie
  • Einführung eines Leitsystems mit wasserseitigen Verknüpfungen.

B. Plänterwald

Der Plänterwald, in dem bis vor einigen Jahren ein Berlinweit bekannter Freizeitpark lag, wird zum "touristischen Entwicklungsgebiet" erklärt. Hier existieren noch Voraussetzungen und Potenziale, die eine Entwicklung zum Freizeit- und Erholungsgebiet - auch zur Entlastung des Treptower Parkes - ermöglichen.

Maßnahmen:
  • Prüfung der vorliegenden "Spreepark"-Konzepte,
  • Reaktivierung des "Eierhäuschens" als Ausflugsgaststätte,
  • Unterstützung der Erweiterungsabsichten des Schiffsrestaurants "Klipper": Ansiedlung weiterer "wassertouristischer" Dienstleistungen,
  • gestalterische Aufwertung des Parkplatzes Bulgarische Straße als Gelenk zwischen Plänterwald und Treptower Park sowie
  • Einführung eines Leitsystems mit wasserseitigen Verknüpfungen.

2. Alt-Treptow

Alt-Treptow ist ein ehemals eigenständiger Ortskern im Berliner Raum mit sehenswerten städtebaulichen Ensembles und Einzelobjekten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Nach der Wende hat sich die Wasserseite dieses Stadtteils einmal zum Bürostandort (unmittelbar am S-Bahnhof Treptower Park) und zum Standort eines Berlinweit bekannten Veranstaltungsortes ("Arena" und Schiffsrestaurant "Hoppetosse") entwickelt.

Der Stadtteil zeigt noch kleinräumliche Defizite im Städtebau und im öffentlichen Raum. Er wird hier als "touristisches Entwicklungsgebiet" eingestuft.

Maßnahmen:
  • Fortführung der baulichen Erneuerung und der Baulückenschließung vor allem im ehemaligen Grenzbereich,
  • Attraktivierung des öffentlichen Raumes,
  • bauliche und gestalterische Aufwertung des S-Bahnbereichs und der Verbindungen zum Treptower Park sowie
  • Einführung eines Leitsystems mit wasserseitigen Verknüpfungen.

3. Wohngebiet am Treptower Park

Das Anfang des 20. Jahrhunderts gebaute Wohngebiet "für das gehobene Bürgertum" ist weitgehend intakt und in letzter Zeit erneuert worden. Das Gebiet ist von Alt-Treptow fußläufig gut erreichbar. Es ist ein sehenswertes "touristisches Objekt" des Schwerpunktraumes B.




Schwerpunktraum C
(Entwicklungskorridor Kietz - Altstadt Köpenick - Dammvorstadt sowie die Siedlungen Elsengrund und Mittelheide)

Das Profil dieses Schwerpunktraumes ist hauptsächlich durch Städte- und Siedlungsbau, Architektur- und Geschichte (Städtetourismus), Stadtwanderung und Freizeit charakterisiert. Die touristische Infrastruktur ist ausreichend, in Teilgebieten jedoch erneuerungs- und ergänzungsbedürftig.

Die Erreichbarkeit des Schwerpunktraumes über den öffentlichen Nahverkehr und den MIV sowie vom Wasser her ist gut. Parkmöglichkeiten sind an den meisten Stellen (im verdichteten Stadtraum) eingeschränkt. Der Ausbauzustand des Radwegenetzes ist jedoch an vielen Stellen unzureichend. Die innere Erschließung des Schwerpunktraumes ist wohl gewährleistet, an vielen Stellen jedoch behindert (hohes Verkehrsaufkommen) und durch vielfältige Barrieren (stark frequentierte Durchgangsstraßen) erschwert. Ein leistungsfähiges touristisches Wegeleitsystem fehlt vollständig.

1. "Entwicklungskorridor Kietz - Altstadt Köpenick-Dammvorstadt"

A. Kietz

Dieser historische Siedlungskern unmittelbar an der Altstadt Köpenick aus dem 13. Jahrhundert mit seiner Bebauung aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert ist ein sehenswertes und städtebaulich durchaus bedeutendes Ensemble - ein "touristisches Objekt" am südlichen Ende des "Korridors".

B. Altstadt Köpenick

Die Altstadt Köpenick ist eine der zentralen Destinationen im Bezirk Treptow-Köpenick. Wie schon mehrfach erwähnt (siehe insbesondere 3.4), kann der derzeitige Zustand dieses Ortes seine touristischen Funktionen nur sehr eingeschränkt erfüllen. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, alle Defizite und Hemmnisse dieses Stadtteils mit Blick auf seine Bedeutung für den Bezirk und für den Tourismus zu wiederholen. Die Altstadt ist im vorliegenden Konzept ein zentrales "touristisches Entwicklungsgebiet".

Maßnahmen:
  • Beschleunigung der Stadterneuerung,
  • Erhöhung der Aufenthaltsqualität der öffentlichen Räume,
  • Baulückenschließung und Gestaltung der Brachflächen,
  • Lösung des Verkehrs- und Parkplatzproblems,
  • Verbesserung des Straßenraumes für Fußgänger und Radfahrer (Verbesserung des Anschlusses an das überlokale Radwegenetz),
  • Etablierung eines überlebensfähigen Branchenmixes im Einzelhandel und Dienstleistungsangebot sowie
  • Einführung eines Leitsystems mit wasserseitigen Verknüpfungen.

2. Siedlungen Elsengrund und Mittelheide

Die beiden Siedlungen nördlich des S-Bahnhofs Köpenick - am nördlichen Ende des vorgenannten "Korridors" -, Elsengrund und Mittelheide, sind zwei sehenswerte Beispiele von unterschiedlichen Vorstadttypen aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie sind als "touristische Objekte" des Schwerpunktraumes C eingestuft.




Schwerpunktraum D (Arbeitersiedlung Baumschulenweg, Königsheide, Kleinsiedlung Johannisthal, Sanierungsgebiet Oberschöneweide, Wohngebiet Oberschöneweide, Wuhlheide und Gedenkstätte des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers)

Das Profil dieses Schwerpunktraumes bestimmt hauptsächlich die Architektur und die Geschichte (Städtetourismus), die Stadtwanderung und Freizeit, aber auch die Naherholung. Die touristische Infrastruktur ist ausreichend, in Teilgebieten jedoch ergänzungsbedürftig.

Die Erreichbarkeit des Schwerpunktraumes über den öffentlichen Nahverkehr und den MIV ist gut. Parkmöglichkeiten sind im Großen und Ganzen vorhanden. Das Radwegenetz ist jedoch an vielen Stellen unzureichend. Die innere Erschließung des Schwerpunktraumes ist ausreichend. Ein leistungsfähiges touristisches Wegeleitsystem fehlt.

Ein ausgeprägter "Entwicklungskorridor" ist gegenwärtig in diesem Schwerpunktraum nicht erkennbar. Es wird sich zeigen müssen, in welche Richtungen, z.B. zu den Verkehrsknoten des öffentlichen Nahverkehrs (S- Bahnhof Baumschulenweg, Bahnhof Schöneweide), sich die touristische Infrastruktur entwickelt und damit eine Verknüpfung der Einzelbereiche (Objekte und Entwicklungsgebiete) möglich wird. So wird hier eine mögliche Zukunft vorweggenommen - ein "Korridor" vom S-Bahnhof Baumschulenweg über die Königsheide, den Bahnhof Schöneweide, hinüber nach Oberschöneweide und von da zur Wuhlheide.

1. Arbeitersiedlung Baumschulenweg

Diese Siedlung ist ein gutes Beispiel der Berliner "Akademismus" Ende des 19. Jahrhunderts. Als Reihenhäuser für Arbeiter gedacht, wurden die Häuser jedoch als Einzelhäuser schon früh privatisiert. Sie ist ein sehenswertes "touristisches Objekt".

2. Königsheide

Die Königsheide besitzt durchaus Potenziale für ein attraktives Naherholungsgebiet. Sie stellt ein "touristisches Entwicklungsgebiet" im Wartestand dar.

Maßnahmen:
  • Entwicklung eines inneren Erschließungssystems mit Markierungen (Wander- und Spazierwege),
  • Ansiedlung von Gastronomie und Beherbergung, u.a. ein Jugendhostel in den historischen Gebäuden (im ehemaligen Kinderheim "Makarenko") sowie
  • Einführung eines Leitsystems mit wasserseitigen Verknüpfungen.

3. Kleinsiedlung Johannisthal

Wieder eine sehenswerte und in der Berliner Siedlungsgeschichte der 1920er Jahre bedeutende Kleinsiedlung, die ganz unterschiedliche Siedlungseinheiten und Architekturen - Bauabschnitte von unterschiedlichen Architekten - zeigt. Sie ist als "touristisches Objekt" ausgewiesen.

4. Sanierungsgebiet Oberschöneweide

Dieses Gebiet ist als "touristisches Entwicklungsgebiet" benannt, da es teilweise schon erneuert ist, bedeutende Industriedenkmäler besitzt und in Ansätzen einen Schwerpunkt in Kultur und Gastronomie aufweist. Leider stagniert die Entwicklung in den interessantesten Bereichen, die nur durch spezielle Entwicklungskonzepte wieder in Gang gebracht werden kann.


5. Wohngebiet Oberschöneweide

Wohngebiet aus den 1920er Jahren, das durchaus sehenswert ist und zum "touristischen Objekt" erklärt ist.

6. Wuhlheide

Die Wuhlheide ist ein traditionelles Erholungs- und Freizeitgebiet. Aufgrund der derzeit prekären Lage des Freizeitzentrums, einiger Ausstattungsdefizite und teilweiser Unternutzung wurde dieses Gebiet ein "touristisches Entwicklungsgebiet". Derzeit werden für das FEZ Konzepte für einen privatisierten Freizeitpark erarbeitet.

Maßnahmen:

  • Prüfung der Entwicklungskonzepte,
  • Ansiedlung eines Beherbergungsangebots, z.B. Umwidmung des aufgelassenen Sportgeländes zu einem innenstadtnahen Camping- und Caravaningplatz (Vorschlag des TTK).
7. Gedenkstätte des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers

Diese Gedenkstätte liegt außerhalb eines in Zukunft möglichen "Korridors". Sie ist das letzte Beispiel eines solchen Lagers aus der Zeit des Nationalsozialismus. Deshalb ist sie in die Reihe der "touristischen Objekte" des Schwerpunktraumes D aufgenommen worden.




Schwerpunktraum E (WISTA-media City Adlershof, Landschaftspark Johannisthal und Köllnische Heide)

Das Profil dieses Schwerpunktraumes wird im wesentlichen durch Technik, Wissenschaft und Medien, neue Architektur und Industriedenkmäler und durch Naherholung charakterisiert. Dieses Profil könnte auf den Ortsteil Adlershof ausgedehnt und durch weitere Aspekte ergänzt werden, wie z.B. durch Einkaufen, Gastronomie, Freizeit usw. So könnte die Dörpfeldstraße von den Entwicklungsimpulsen der WISTA-media City profitieren. Touristische Infrastruktur ist teils nur in Ansätzen vorhanden, in anderen Teilgebieten ergänzungsbedürftig.

Die Erreichbarkeit des Schwerpunktraumes über den öffentlichen Nahverkehr und den MIV ist gut. Parkmöglichkeiten sind vorhanden. Das Gebiet ist in wesentlichen Teilen aber nur unzureichend an das bezirkliche Radwegenetz angeschlossen. Die innere Erschließung des Schwerpunktraumes ist ausreichend. Ein touristisches Wegeleitsystem ist nicht vorhanden.

Ein ausgeprägter "Entwicklungskorridor" ist gegenwärtig in diesem Schwerpunktraum nicht erkennbar. Die im "Rahmenentwicklungsplan" dargestellten "Korridore" sind als Vorwegnahme einer möglichen Entwicklungsrichtung zu interpretieren. Vermutlich wird sich ein solcher "Korridor" eher auf das Teilgebiet westlich der S-Bahntrasse beschränken - also vom S->Bahnhof Adlershof durch das sogenannte WISTA-Gebiet zum Landschaftspark Johannisthal. Wie sich auf der anderen Seite der S->Bahn der Ortsteil Adlershof, insbesondere die Dörpfeldstraße, touristisch entwickeln lässt, müssten vertiefende Untersuchungen klären. Angesichts des derzeitigen Zustandes dieser Straße sind Entwicklungsmaßnahmen dringend notwendig, um den weiteren funktionalen wie baulich-räumlichen Verfall aufzuhalten.

1. WISTA - media City Adlershof

Dieser mit hohem finanziellem Aufwand der öffentlichen Hand geförderte Standort von Wissenschaft und Forschung, von Wirtschaft und Medien ist touristisch weitgehend ein "Entwicklungsgebiet". Er besitzt trotz Stagnation seiner Entwicklung so viele Qualitäten in Architektur und Baudenkmäler für Touristen, dass es notwendig erscheint, das Gebiet in begrenztem Maße touristisch zu erschließen. Möglich wäre ein "Korridor", der zum Landschaftspark Johannisthal führt und dabei alle sehenswerten Bauten berührt.

Maßnahmen:
  • Erarbeitung eines Konzepts für die touristische Erschließung des Gebiets,
  • Verbesserung bzw. Gestaltung des S-Bahnhofsumfeldes,
  • Implantierung von touristischer Infrastruktur, insbesondere im Bereich der Gastronomie, sowie
  • Einführung eines touristischen Leitsystems.

2. Landschaftspark Johannisthal

Der erst jüngst eröffnete Natur- und Landschaftspark ist - sicherlich unbestritten - ein bedeutendes "touristisches Objekt", das der Bezirk bieten kann.

3. Dörpfeldstraße im Ortsteil Adlershof

Dieses niedergehende Ortsteilzentrum bedarf dringend einer Entwicklung. Impulse könnten von der WISTA-media City kommen. In der Dörpfeldstraße sollten jene Funktionen, wie z.B. Einkaufen, Gastronomie, aber auch in gewissem Sinne Ortskultur, übernehmen, die als Ergänzung zur benachbarten "City" dienen können. Die Köllnische Heide sollte wie ihr Pendant auf der anderen Seite der Bahntrasse als ortsnahe Ruhe- bzw. Erholungszone betrachtet bzw. ausgebildet werden.



Schwerpunktraum F (Ortskern Friedrichshagen und Hirschgarten)

Das Aktivitätsprofil dieses Schwerpunktraumes wird wesentlich bestimmt durch Städte- und Architekturtourismus sowie durch die Naherholung. Die Ausstattung mit touristischer Infrastruktur ist in diesem Ortsteil als gut bis sehr gut zu bezeichnen.

Die Erreichbarkeit des Schwerpunktraumes über den öffentlichen Nahverkehr und den MIV her ist gut. Parkmöglichkeiten sind ebenfalls im ausreichenden Maße vorhanden. Das Gebiet ist in Teilen nur unzureichend an das bezirkliche Radwegenetz angeschlossen. Die innere Erschließung des Schwerpunktraumes ist ausreichend. Ein touristisches Wegeleitsystem ist auch hier nicht vorhanden.

1. Ortskern Friedrichshagen

Friedrichshagen gehört zu den interessantesten Stadtteilen Berlins. Selbst zu DDR-Zeiten bewahrte diese königliche Gründung aus dem 18. Jahrhundert eine gewisse Eigenständigkeit. Die Hauptstraße dieses Ortes, die Bölschestraße, und die Nebenstraßen um diesen Kern bis hinunter zum Spreetunnel konnten ihren historischen Charakter im Wesentlichen behalten. Der Ortskern und auch die Bölschestraße bedürfen aber einer gestalterischen Nachbesserung, die ihre Attraktivität erhöhen kann. Friedrichshagen ist also ein "touristisches Entwicklungsgebiet".

Maßnahmen:

  • Gestalterische Aufwertung des öffentlichen Raumes, insbesondere der Bölschestraße sowie auf und um den Marktplatz,
  • Schließung der Baulücken mit ortsüblicher Anpassung,
  • Erneuerung des Spreetunnels sowie
  • Einführung eines touristischen Leitsystems.

2. Hirschgarten

Die 1870 gegründete Villenkolonie mit ihrer Wasserlage ist mit Sicherheit ein sehenswertes "touristisches Objekt.




Schwerpunktraum G (Ortskern Rahnsdorf, Neu-Venedig sowie die Villengebiete Wilhelmshagen und Hessenwinkel)

Das Aktivitätsprofil dieses Schwerpunktraumes wird eindeutig durch die Naherholung sowie in Teilen auch durch den Bildungs- und Architekturtourismus gebildet. Die Ausstattung mit touristischer Infrastruktur im östlichsten Teilraum Berlins ist nur teilweise als ausreichend zu beurteilen.

Die Erreichbarkeit des dünn besiedelten Schwerpunktraumes über den öffentlichen Nahverkehr ist gerade noch ausreichend. Dagegen ist die äußere Erschließung über den MIV besser gelöst. Parkmöglichkeiten sind mit Ausnahme im Außenbereich ebenfalls im ausreichenden Maße vorhanden. Die innere Erschließung des Schwerpunktraumes kann als ausreichend bezeichnet werden. Ein touristisches Wegeleitsystem ist hier nicht zu finden.

Der Schwerpunkt besitzt keinen deutlich ausgeprägten "Entwicklungskorridor", obwohl zwischen den einzelnen Siedlungskernen räumliche Beziehungen bestehen.

1. Ortskern Rahnsdorf

Dieses alte Dorf, dessen Bestand aus dem 19. Jahrhundert stammt, kann zu den sehenswerten "touristischen Objekten" des Bezirks gezählt werden. Es sind jedoch einige Erneuerungs- und Entwicklungsmaßnahmen notwendig, um es in die Reihe der lokalen Sehenswürdigkeiten aufzunehmen. So wird der Dorfkern als "touristisches Entwicklungsgebiet" in das Konzept aufgenommen.

Maßnahmen:
  • Verbesserung der Zugänglichkeit,
  • bauliche Erneuerung und Gestaltung des öffentlichen Raumes,
  • Ausbau der touristischen Infrastruktur, insbesondere Ansiedlung von Gastronomie,
  • Verbesserung der Nahversorgung sowie
  • Einführung eines touristischen Leitsystems mit Anschluss von der Wasserseite.

2. Neu-Venedig

Das von zahlreichen Kanälen durchzogene Kleinsiedlungsgebiet lädt zum Spazierengehen ein. Es liegt auf dem (Fuß- und Rad-)Weg vom Dorfkern Rahnsdorf zur Villenkolonie Wilhelmshagen und bot sich somit an, als "touristisches Objekt" in das Tourismuskonzept aufgenommen zu werden.


3. Villenkolonie Wilhelmshagen

Wilhelmshagen gehört zum Bestand der vier Villenkolonien des Bezirks. Das Gebiet ist ein gutes Beispiel der Besiedlung des Berliner Süd-Ostens Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ("touristisches Objekt"). Der Siedlungsraum der Kolonie und die Architektur der historischen Bebauung sind für einen Architektur- und Städtebautouristen durchaus von Interesse.

4. Villengebiet Hessenwinkel

Für das am Dämeritzsee gelegene Siedlungsgebiet gilt im wesentlichen das Gleiche wie für Wilhelmshagen ("touristisches Objekt").




Schwerpunktraum H (Ortskern Schmöckwitz und Karolinenhof)

Das Aktivitätsprofil dieses Schwerpunktraumes ist ähnlich gelagert wie das des Schwerpunktraumes G: Vorrang haben hier die Naherholung, vor allem an Wasserlagen sowie auch die Bildung und Architektur. Die touristische Infrastruktur ist im süd-östlichsten Raum nur dünn gesät.

Die Erreichbarkeit des Schwerpunktraumes über den öffentlichen Nahverkehr ist gerade noch ausreichend, über den MIV besser. Für das Parken bestehen mit Ausnahme im Außenbereich wenig Probleme, der Zustand könnte sich mit wachsender Bekanntheit jedoch ändern. Die innere Erschließung des Schwerpunktraumes ist ausreichend. Ein touristisches Wegeleitsystem fehlt hier ebenso.

Mit einiger Sicherheit wird sich in diesem Raum in absehbarer Zeit kein "Entwicklungskorridor" herausbilden.

1. Ortskern Schmöckwitz

Das alte "Platzdorf" war eine traditionelle "Sommerfrische" der Berliner Kleinbürger und Arbeiter. Um an eine solche Tradition wieder anknüpfen zu können, müssen z.B. in Rahnsdorf einige Erneuerungs- und Entwicklungsmaßnahmen im Ortskern durchgeführt werden ("touristisches Entwicklungsgebiet").

Maßnahmen:
  • Bauliche Erneuerung und Gestaltung des öffentlichen Raumes,
  • Ausbau der touristischen Infrastruktur, insbesondere Ansiedlung von Gastronomie,
  • Verbesserung der Nahversorgung sowie
  • Einführung eines touristischen Leitsystems mit Anschluss von der Wasserseite.

2. Karolinenhof

Die Villenkolonie aus dem späten 19. Jahrhundert war einmal ein beliebtes Ausflugsziel. Hier sind durchaus Potenziale vorhanden, um dieses Gebiet als attraktiven und sehenswerten Wohnstandort auszubauen. In Ergänzung zum Ort Schmöckwitz wird die Kolonie als "touristisches Objekt" behandelt.



3.3.2 Priorität der touristischen Schwerpunkträume

Bestimmte Teilräume in Treptow-Köpenick mit ehemals wichtigen touristischen Ausstattungen im Erholungs- bzw. Sportbereich haben seit der politischen Wende einen unübersehbaren Niedergang erlebt. Die Betriebsstilllegungen hinterlassen nicht "nur" Lücken im derzeitigen touristischen Angebot und erzeugen durch den Leerstand der Betriebsstätten einen städtebaulichen Missstand. Sie haben auch ideell zum Verlust von Identität bei vielen ehemaligen Besuchern und Anwohnern beigetragen. Es ist für viele nicht nachzuvollziehen, weshalb ausgerechnet die vertrauten, ehemals florierenden Einrichtungen nach und nach schließen mussten. Im Zuge der Erarbeitung konkreter teilräumlicher Entwicklungsstrategien und -konzepte auf der Grundlage des vorgestellten "Rahmenentwicklungsplans Tourismus" liegt es nahe, diese traditionellen Naherholungs- und Freizeiteinrichtungen an die heutigen Bedürfnisse bzw. Nachfragepräferenzen anzupassen und unter Beachtung der gebietsbezogenen Ansprüche und des aktuellen Planungsrecht wieder zu beleben.

Es handelt sich dabei konkret um drei große Bereiche: Plänterwald (Spreepark), Grünau (Regattastrecke und Umgebung) und Müggelturmareal. Hier bestehen schon seit Jahren Handlungsnotwendigkeiten. Die Dringlichkeit von Entwicklungs- und Erneuerungsmaßnahmen ist nicht nur mit den real vorhandenen Angebotslücken im Erholungs- und Freizeitbereich zu begründen. Sie ist auch von ganz pragmatischer Natur: Die noch vorhandenen historisch wertvollen Bauwerke und Anlagen verfallen bei Nichtnutzung und unterlassener Instandsetzung unwiederbringlich und das städtebauliche bzw. landschaftliche Umfeld leidet in zunehmenden Maße, so dass die Gebiete insgesamt nicht nur in ihrer Nutzbarkeit, sondern auch an Attraktivität stark verlieren.

Die Bereiche besaßen einstmals eine historische Funktion, weisen eine besondere Geschichte nach 1990 auf und können zukünftig für das Gesamtkonzept "Tourismus" in Treptow-Köpenick Bedeutung haben. Sie stellen zur Zeit touristisch relevante Areale dar, bei denen im Vergleich zu anderen Arealen die größte Kluft zwischen dem derzeitigen Zustand auf der einen und dem Potenzial für den lokalen Tourismus auf der anderen Seite klafft.

Diese Problematik ist den lokalen Akteuren in Politik, Planung und Tourismus durchaus bekannt. So sind für die genannten Teilgebiete Planungsziele im Flächennutzungsplan zu Berlin, im Planwerk Südostraum Berlin sowie in der Regionalparkkonzeption Müggel-Spree formuliert worden. Auch der Tourismusverein bzw. sein Vorläufer hat schon früh auf die Probleme in diesen Gebieten hingewiesen, Entwicklungsziele in seinen Tourismuskonzeptionen von 1995 und 1998 benannt und die von verschiedenen Investoren erarbeiteten Planungen kritisch begleitet. Selbst das Berliner Landschafts- und Artenschutzprogramm fordert die Weiterentwicklung großflächiger Grün- und Freiflächen im Bezirk und benennt in diesem Zusammenhang den Treptower Park und den Plänterwald.

In der Bestandsanalyse wurden die drei genannten Standortbereiche als Räume mit Mängeln in der touristischen Infrastruktur bewertet (z.B. als "Leerräume" benannt, siehe Karte 12 "Wirtschaftsraum Tourismus"). Die Überlagerung der tourismusrelevanten Potenziale und Hemmnisse sowie die Beachtung der traditionellen bzw. historischen Bedeutung touristischer Objekte oder Gebiete bestätigte, dass die drei Teilgebiete trotz gravierender Defizite als ausgewiesene "touristische Entwicklungsbereiche" zu den wesentlichen Bestandteilen der acht profilbestimmenden touristischen Schwerpunkträume in Treptow-Köpenick gehören. Sie sind sowohl über den ÖPNV als auch den MIV gut erreichbar und können potenziell, d.h. bei entsprechend entwickeltem und gesamträumlich bzw. -touristisch abgestimmtem Aktivitätsprofil unterschiedliche Zielgruppen ansprechen.

Die drei Standorte mit erhöhtem Entwicklungsbedarf bzw. "Entwicklungsbereiche" wurden - so auch der Auftrag für die dritte Phase der Projektarbeit - in einer vertiefenden Analyse auf ihre spezielle Nutzungseignung als Erholungs-, Freizeit- und/oder Sportanlage näher beleuchtet. Die vorhandenen Investorenkonzepte zur Entwicklung dieser Bereiche werden in diese Analyse einbezogen. So könnte das Müggelturmareal wieder seine traditionelle Funktion als Naherholungsgebiet (Spazieren, Wandern, Naturerlebnis) erhalten. Der Plänterwald könnte auf seine traditionelle Nutzung als innenstadtnaher Erlebnis- und Freizeitpark untersucht werden. Und es liegt nahe, die traditionelle Funktion des Regattageländes in Grünau unter Einbeziehung der Gaststätten "Riviera" und "Gesellschaftshaus Grünau" als Schwerpunkt für Freizeit, Erholung und Wassersport wieder zu beleben.



 
   

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