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EinführungSeit der zweiten Hälfte der 70er Jahre erschüttern unbestreitbar globale Wandlungsprozesse alle Sektoren der internationalisierten und nationalen Wirtschaft - Prozesse, die mit dem Begriffspaar "Globalisierung" und "Regionalisierung" charakterisiert werden können (vgl. Konter 1997). Diese Prozesse, die von bestimmten Wirtschaftssektoren der westlichen, entwickelten Industrienationen in Gang gesetzt und bestimmt werden, erfassten zwangsläufig auch die sich dem globalen Markt öffnenden Staatswirtschaften der sozialistischen Wirtschaftsblöcke bzw. Staaten, zwangen diese zu rigiden Anpassungsleistungen und trugen letztendlich wesentlich ihrer Implosion bei. So sind die sich transformierenden Staaten und Regionen nun direkt in den globalen Wandel einbezogen und den entsprechenden Wirkungen dieses Wandels ungeschützt ausgesetzt. Obwohl in den gesellschaftlichen und staatlichen Zusammenhang der alten Bundesrepublik Deutschland integriert gelten diese Aussagen - durch diese Integration in modifizierter Form - auch für das ehemalige Territorium der DDR und ihre Hauptstadt zu. Die Hauptlasten des globalen Wandels tragen in allen Industrieländern neben den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der privaten Wirtschaft und im öffentlichen Sektor vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Dabei stellen in Deutschland die KMU 99,5 % aller Unternehmen, beschäftigen 70 % aller Arbeitnehmer, erarbeiten 49 % der unternehmerischen Wertschöpfung und tätigen 46 % aller Investitionen. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik war in diesem Unternehmensbereich die Fluktuation mit negativem Saldo so hoch wie in den letzten Jahren nach der Vereinigung der beiden Teilstaaten. Insbesondere in den Bereichen des produktiven Handwerks und der einfachen und personenbezogenen Dienstleistungen sind die Unternehmensabgänge besonders hoch und übersteigen in der Regel die Unternehmenszugänge. Dies ist zunächst erstaunlich, da bisher in der Regel davon ausgegangen wurde, dass dieser Unternehmensbereich strukturell besser als größere Unternehmenseinheiten flexibel und anpassungsfähig auf Nachfragerückgänge oder Nachfrageänderungen reagieren könnte. In den letzten Jahren wurden jedoch in vielen Branchen die Rentabilitätsgrenzen so weit und dauerhaft unterschritten, dass auch die flexibelsten Unternehmen die Grenzen ihrer Anpassungsfähigkeit erreichten und in vielen Fällen überschritten. Die Renditesituation wird gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen verschärft
Die deutschen Hauptstadt Berlin ist - bezogen auf Wirtschaftswachstum absolutes Schlusslicht im Reigen der bedeutendsten westdeutschen Großstädte - auch Hauptstadt der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Insolvenzen im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen. Darüber hinaus ist Berlin gegenüber seiner deutschen und europäischen Konkurrenz in jenem Wirtschaftsbereich zur Zeit nur Mittelmaß, um den es in diesem Projekt geht - im Tourismus, und das trotz aufwändiger Inszenierung der Hauptstadt- und Metropolenwerdung. Gerade die Tourismuswirtschaft ist - trotz merklicher Konzentrations- und Zentralisiationstendenzen - immer noch gekennzeichnet durch einen weit überdurchschnittlich hohen Anteil der Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe am touristischen Angebot und an der Wertschöpfung im Tourismus. Diese Unternehmensgruppe leidet sehr stark unter den spezifischen Problemen der großstädtischen Peripherie sowie unter den ökonomischen Schwankungen und Instabilitäten, z.B. unter der hohe Dynamik im Gewerbebestand, d.h. unter Fluktuation und Kontraktion, unter Unterauslastung, Stagnation und Schrumpfung sowie unter eklatanten sozialräumlichen Ungleichheiten, d.h. unter örtlichen Unter- bzw. Überkapazitäten. Ihre derzeitige ökonomische Situation ist im Stadtbild unübersehbar (Leerstand von Laden- und Gewerberäumen, Geschäftsaufgaben usw.). Diese Rahmenbedingungen prägen die Aktivitäten und Maßnahmen der Unternehmen zur Existenzsicherung sowie zur Herstellung oder Verbesserung ihrer "Wettbewerbsfähigkeit". In der Aufgabenstellung des hier vorliegenden EFRE-Projekts dominiert eindeutig die Orientierung am Bestand der kleinen und mittleren Unternehmen in der lokalen Tourismuswirtschaft - und zwar: im Bezirk Treptow-Köpenick. Gerade unter den derzeit sehr ungünstigen gesamt- und lokalwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollen diesem Unternehmensbereich Möglichkeiten und Orientierungen für die Stärkung ihrer zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit konzeptionell wie praktisch offeriert werden. Die vorrangig lokalen und regionalen Bezüge und Orientierungen der sozialökonomischen Aktivitäten der kleinen und mittleren Unternehmen im Tourismussektor (Waren-, Dienstleistungs- und Arbeitsmärkte, Steueraufkommen usw.) sind nicht nur für die lokale Tourismuswirtschaft von besonderer Bedeutung, sondern auch für die gesamtwirtschaftliche des Bezirks und der umliegenden Kleinregion. Die Tourismuswirtschaft in touristischen Zielgebieten (Destinationen) ist geradezu der Prototyp eines existenziell lokal bezogenen und orientierten Wirtschaftsbereichs. Über die sozialökonomische Bedeutung des Wirtschafts- und Sozialfaktors Tourismus für den Bezirk Treptow-Köpenick muss nicht mehr gestritten werden, wenn auch durch ihn die Verluste des Transformationsprozesses seit 1989/90 nicht kompensiert werden können. Dieser Faktor ist trotz aller Unwägbarkeiten konjunktureller und struktureller Wirtschaftsentwicklung einer der wenigen, der aufgrund seiner unbestreitbaren Potenziale eine wirtschaftlich strukturelle Entwicklung im Bezirk stärken, zumindest in einigen sozialen und ökonomischen Bereichen zur Stabilisierung der Situation beitragen kann. Dabei kann bzw. muss dieser Wirtschafts- oder besser: Entwicklungsfaktor, um zukunftsfähig zu sein, integraler Teil einer "nachhaltigen Entwicklung" Treptow-Köpenicks sein (siehe "Lokale Agenda 21 Treptow-Köpenick"). Die lokalen politischen, sozialen und ökonomischen Akteure müssen sich von der Vorstellung eines ständig undifferenziert wachsenden und ungesteuerten Tourismus verabschieden und die realen nachfrage- wie angebotsseitigen Entwicklungsmöglichkeiten des Tourismus für ihren Bezirk erkennen. Hierfür sind die Bedingungen in der lokalen Tourismuswirtschaft recht günstig. Die Tourismuswirtschaft stellt einen sehr facettenreichen und zugleich fragmentierten Wirtschaftszweig dar, der aus unabhängigen, jedoch miteinander verknüpften Aktivitäten besteht und mannigfach mit anderen Wirtschaftsbereichen verbunden ist. Dies macht die Tourismusplanung zu einem komplexen Handlungsfeld, das einer querschnittsorientierten und fachübergreifenden Perspektive, Planungsarbeit und Koordination bedarf. Hinzu kommt, dass viele touristische Teilleistungen öffentliche Güter sind, wie z.B. die örtlichen Infrastruktureinrichtungen - auch solche, die nicht primär und nicht ausschließlich für den Tourismus erstellt worden sind. Daraus resultieren Schwierigkeiten, den Tourismus in seiner Gesamtheit qualitativ wie quantitativ, theoretisch wie empirisch zu definieren und einzugrenzen sowie seine gesamten ökonomischen, sozialen, kulturellen, ökologischen und räumlichen Wirkungen qualitativ wie quantitativ genau zu bestimmen. So existieren bis heute auf der einen Seite weder ein intrawissenschaftlicher bzw. fachinterner Konsens oder eine allgemein akzeptierte Konvention über das, was alles unter dem Begriff Tourismus und bezüglich des touristischen Wirkungsfeldes zu verhandeln ist, noch statistische Datenbestände, die den Tourismus und seine wichtigsten Wirkungen repräsentieren. Auf der anderen Seite ist bei näherer Betrachtung des Themenfeldes Tourismus zu erkennen, dass eine ganze Reihe von - darunter ganz wesentlichen - Dimensionen, Elementen und Faktoren dieses Feldes weder statistisch noch ökonomisch quantifizierbar sind. Wenn im folgenden der Begriff "Destination" verwendet wird, meint es mehr als nur die räumlichen Gegebenheiten und Zusammenhänge in einem touristischen Zielgebiet. Der Begriff umfasst darüber hinaus auch die Anbieter touristischer Angebote, Dienstleistungen und Einrichtungen sowie im weiteren Sinne die Bewohner des Zielgebiets und ihre Gäste. Ebenso wird der Begriff "Tourist" weiter gefasst und umschließt alle Typen von Gästen und Besuchern der Destination, d.h. konkret im Falle Treptow-Köpenicks Übernachtungsgäste (privat oder Geschäftsreisende), die im lokalen Beherbergungsgewerbe unterkommen oder bei Bekannten und Verwandten übernachten, Berlingäste, die für Stunden in den Bezirk kommen, sowie Besucher, die zu Erholungs- oder Freizeitzwecken aus den übrigen Berliner Bezirken oder aus dem Brandenburger Umland in den Bezirk kommen. Wassertouristen sind Gäste oder Besucher, die mit einem eigenen oder gemieteten Wasserfahrzeug im touristischen Zielgebiet ankommen und dort für Tage oder Stunden verweilen. Die einzelnen Gäste- und Besuchertypen werden im folgenden Text nur dann ausdrücklich genannt, wenn es in der Argumentation notwendig ist. Ansonsten werden die Begriffe Tourist, Gast und Besucher synonym verwendet. 1. Tourismusentwicklung in Treptow-KöpenickBei der einführenden Darstellung der Lage und Entwicklung des Tourismus in Treptow-Köpenick sind wir zunächst auf statistisches Datenmaterial des Statistischen Landesamtes Berlin angewiesen. Diese Daten gestatten jedoch nur eine grobe Annäherung an die tatsächliche Lage und Entwicklung (vgl. hierzu und im folgenden Konter 2003). Die Datensätze liefern Gäste- und Übernachtungszahlen, Zahlen zur Bettenkapazität und -auslastung usw. So werden die Besucher, die tagsüber aus den übrigen Bezirken Berlins oder aus dem Umland kommen, sowie die Gäste, die bei Bekannten und Verwandten übernachten, nicht berücksichtigt. Nicht erfasst sind auch die Besucher, die mit einem eigenen Fahrzeug über die Wasserstraßen den Bezirk besuchen und auf ihren Booten (an Anlegestellen) übernachten. Auf der Angebotsseite sind ebenso Einschränkungen in der Datenlage hinzunehmen. Mit den statistischen Gäste- und Übernachtungszahlen für den Bezirk sind nur die Beherbergungsbetriebe mit über acht Betten, also nur die Betriebe mit Meldepflicht erfasst. Die Beherbergungsbetriebe bis zu acht Betten (Privatzimmer, Appartements usw.) - zum überwiegenden Teil Nebenerwerbsbetriebe - fallen aus der amtlichen Statistik heraus. Die Aussagekraft der amtlichen Daten zur Tourismusentwicklung ist noch eingeschränkter zu betrachten, wenn bedacht wird, dass das Beherbergungsgewerbe nur eine Branche der Tourismuswirtschaft darstellt. Die Untersuchungsergebnisse auf Grundlage amtlicher Statistiken sind somit sicherlich mit Vorsicht zu genießen. Sie zeigen trotz Ungenauigkeiten und Unzulänglichkeiten aber dennoch aussagekräftige Entwicklungstrends auf. Folgen wir den Daten der amtlichen Statistik, so ist seit der zweiten Hälfte des Jahres 2002 vor dem Hintergrund eines Rückgangs des Deutschland- und des Berlintourismus eine deutliche Polarisierung vor allem des Inlandstourismus in Berlin zu Ungunsten des Bezirks Treptow-Köpenick zu vermelden: Rückgang der Gäste- und Übernachtungszahlen (auf das Niveau von 1999) sowie der Bettenauslastung. Dabei liegt der Bezirk mit 3,3 % Anteil an den gemeldeten Gästen Berlins an der viertletzten Position der zwölf Berliner Bezirke nahe an den nächstfolgenden Bezirken Spandau und Steglitz-Zehlendorf (mit jeweils 3,1 %). Nur noch Marzahn-Hellersdorf liegt mit einem Anteil von 1,2 % weit darunter. (Vgl. Konter 2003) Über die Ursachen dieses Einbruchs kann trefflich spekuliert werden. Mit Sicherheit sind konjunkturelle und vor allem strukturell ökonomische Gründe ausschlaggebend. Ebenso spielen strukturelle Veränderungen im allgemeinen Tourismus, z.B. im Reiseverhalten, wie im Geschäftstourismus eine nicht zu unterschätzende Rolle (wenn bedacht wird, dass bei einer Befragung im Jahr 1998 der "Geschäftstourismus" in Köpenick immerhin einen Anteil von über 47 % der befragten Gäste hatte). Unbestreitbar sind der "Quellmarkt" für den lokalen Tourismus in Treptow-Köpenick die übrigen Berliner Bezirke geblieben (Tagesbesucher, Naherholer) (siehe Tourismuskonzeptionen für Treptow 1995 und Köpenick 1998). Es ist zu vermuten, dass sich im Zusammenhang mit der gesamten Tourismusentwicklung die Nachfrageseite noch eindeutiger auf die Tagesbesucher aus dem übrigen Berlin verschoben hat. Diese Hypothese wird durch erste Trendergebnisse neuer Besucherstromuntersuchungen, die derzeit vom Tourismusverein Treptow-Köpenick durchgeführt werden, bestätigt. Der hohe Anteil der Ankünfte dieser Besucher über den ÖPNV von fast 50 % (zumindest in Köpenick 1998) könnte ebenso geblieben sein. Insgesamt könnten die Tagesbesucher in Treptow-Köpenick - so eine mögliche Arbeitshypothese - die eklatanten Verluste im Übernachtungstourismus - wenn auch geringfügig - gemildert haben. Gründe für den Rückgang liegen aber auch in der Destination Treptow-Köpenick (insbesondere Köpenick) selbst. So geht die Erneuerung der Altstadt Köpenick nur sehr schleppend voran, in vielen Teilgebieten stagniert sie sogar. Die Fluktuation im Handels- und Kleingewerbebereich der Altstadt ist sehr hoch und deutlich sichtbar. Die historisierende Erneuerung des Schlossplatzes ist gerade zu Ende gekommen, seine Nutzung ist weiterhin prekär. Nicht besser sieht es mit der Erneuerung des Schlosses aus, deren Fertigstellung nun bevorzustehen scheint. Neuerdings hat ein widersprüchliches Verkehrskonzept für die Altstadt Köpenick die lokalen Akteure und Betroffenen aufgeschreckt. Dagegen steht die Realisierung vieler wichtiger Erneuerungs- und Entwicklungsmaßnahmen aufgrund der Entscheidungsträgheit politischer und administrativer Akteure noch weitgehend in den Sternen, z.B. die Erneuerung des Luisenhains, die Umsetzung touristischer Leitsysteme oder die problematischsten Entwicklungsmaßnahmen Müggelberge, Plänterwald und Grünau. Für den peripheren Bezirk Treptow-Köpenick Treptow-Köpenick besteht bezüglich der Vermarktung touristischer Ziele ein weiteres Problem. Die staatlich alimentierte Berlin Tourismus Marketing Gesellschaft (BTM), die die Vermarktung der Destination Berlin betreibt, legt eindeutig ihren Vorrang auf die innerstädtischen Bezirke. Der Bezirk hat jedoch einen aktiven, privaten Partner im Tourismusbereich, den Tourismusverein Berlin Treptow-Köpenick e.V. (TTK). Die eindeutige Priorität der Innenstadt und die weitgehende Vernachlässigung der Peripherie in der Marketingpolitik der BTM ist nun auch in den anderen peripheren Bezirken bewusst geworden. In den letzten Jahren sind auch dort lokale Tourismusvereine entstanden oder sind derzeit in Gründung. 2. Heran- und Vorgehensweise in der ProjektarbeitDie Tourismuswirtschaft ist ein Wirtschaftsbereich, der aus ganz unterschiedlichen Bereichen und Einzelbranchen besteht. In der Tourismuswissenschaft wird die Tourismuswirtschaft im wesentlichen in die Bereiche "Tourismuswirtschaft im engeren Sinne", "ergänzende Tourismuswirtschaft" oder "tourismusspezialisierte Unternehmen" und "tourismusabhängige Wirtschaft" unterschieden. Zur "Tourismuswirtschaft im engeren Sinn" gehören neben dem Beherbergungsgewerbe (Hotels, Pensionen, Motels, Campingplätze, Marinas) z.B. die Fahrunternehmen (zu Land, zu Wasser, z.B. Reedereien, und in der Luft) sowie die Tourismusinformation, die Stadtführungen und die Zimmervermittlung. Zur "ergänzenden Tourismuswirtschaft" oder zu "tourismusspezialisierten Unternehmen" zählen u.a. Verleihfirmen (Fahrräder, Boote, Autos usw., Reiseausrüster, die Souvenirproduktion und bestimmte Branchen des Fahrzeugbaus (z.B. Bootsbau, Wohnwagen- und Wohnmobilbau). Die "tourismusabhängige Wirtschaft" besteht u.a. aus der Gastronomie (Restaurants, Cafés, Ausflugslokale), Zubehör- und Reparaturbetriebe (Bekleidung, Sportartikel usw. bzw. Fahrräder, Boote, Autos usw.), Tankstellen (z.B. Solar- und Wassertankstellen) sowie aus Bäder- und Sportanlagen (Freizeitanlagen und -einrichtungen). Es wird davon ausgegangen (Ausgangshypothese), dass die lokale Tourismuswirtschaft sich aus Akteuren der kleinen und mittleren Unternehmen zusammensetzt. Diese sehr heterogene Unternehmensgruppe bedarf unter den derzeitigen gesamt- und tourismuswirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Hilfe von Außen, da sie in der Regel über keine kompensatorischen oder abfedernden Unternehmensnetzwerke verfügt. Eine solche "Hilfe zur Selbsthilfe" kann nur wirksam werden, wenn es gelingt, - die sozial- und wirtschaftsräumlichen Voraussetzungen und Bedingungen der Destination Treptow-Köpenick aufzuzeigen und - die lokalen Potenziale und Chancen, Rahmenbedingungen und Risiken sowie die Möglichkeiten ihrer Aktivierung bzw. Überwindung darzustellen. Für eine Konzeptionierung und adäquate Orientierung zukünftigen Handelns sowie für die Früherkennung von wirtschaftlichen Chancen und Risiken spielt die Bereitstellung einer guten Informationsbasis eine zentrale Rolle. Eine grundlegende Aufgabe des vorliegenden Projekts bestand deshalb darin, Daten zum regionalen Profil der Tourismuswirtschaft und zu anderen tourismusrelevanten Bereichen aufzubereiten. Dazu gehörten
Um relevante und praxisnahe Orientierungs- und Handlungskonzepte und -strategien für die lokale Tourismuswirtschaft zu entwickeln, bedurfte es zusätzlicher unternehmensbezogener Daten gerade für den Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen - Daten, die über die Statistik hinaus vor allem über die wesentlichen Existenzprobleme dieser Unternehmen Auskunft geben konnten. So wurden 50 qualitative Interviews von Gewerbetreibenden und Experten als Aktualisierung und Ergänzung der statistischen Daten durchgeführt. Die InterviewpartnerInnen wurden zweifach gewichtet ausgewählt, einmal entsprechend dem Anteil ihrer Branche an der Tourismuswirtschaft und zum anderen entsprechend der Standorte ihrer Betriebe im touristischen Zielgebiet. Die Ergebnisse der empirischen Projektarbeit sollten nicht nur der lokalen Tourismuswirtschaft zur Verfügung gestellt werden. Sie können ebenso uneingeschränkt für potenzielle Investoren oder Neugründer im Tourismussektor von Nutzen sein, für die der Bezirk Treptow-Köpenick als Standort in Frage kommt - z.B. in Form von konkreten Informationen über die Rahmenbedingungen im Bezirk sowie zu bestimmten Standorten und Standortfaktoren. Nicht zuletzt bieten diese Ergebnisse auch für die bezirkliche Wirtschaftspolitik erste Anhaltspunkte für die Akquisition ansiedlungswilliger Investoren und Gewerbetreibender im Tourismussektor. Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme und -analyse zur Tourismuswirtschaft und zum Wirtschaftsraum wurden im nächsten Arbeitsschritt mit den Ergebnissen der Aufnahme der Bestände und Potenziale touristisch relevanter Objekte konfrontiert und in einer Stärken- und Schwächenanalyse verdichtet. Das Resultat dieser Konfrontation oder Überlagerung sind in Karten zu den Potenzialen und zu den Rahmenbedingungen für die touristische Entwicklung Treptow-Köpenicks "verräumlicht" dargestellt. Parallel zu diesem Arbeitsschritt wurden allgemeine Leitlinien für die Tourismusentwicklung formuliert, ein mögliches Tourismusprofil für den Bezirk vorgestellt und auf dieser Grundlage ein Orientierungs- und Entscheidungsrahmen für eine touristische Rahmenplanung ("Rahmenentwicklungsplan Tourismus"), d.h. eine Tourismuskonzeption für den Bezirk Treptow-Köpenick, erarbeitet. Der "Rahmenentwicklungsplan Tourismus" zeigt "touristische Schwerpunkträume", die sich in Ausdehnung, Funktion und Bedeutung voneinander unterscheiden. Aus der Reihe der "Schwerpunkträume" wurden drei Teilstandorte ausgewählt, bei denen augenscheinlich der größte Widerspruch zwischen dem möglichen Potenzial für den Tourismus in Treptow-Köpenick auf der einen und dem derzeitigen Zustand auf der anderen Seite herrscht. Diese drei Teilstandorte wurden vertiefend untersucht und zur Verbesserung der Situation Maßnahmenbündel formuliert. Zuvor ist ein weiterer Bereich der Entwicklungsarbeit im Tourismusverein in den Endbericht aufgenommen worden: die "Touristischen Leitsysteme". Als Beispiel wird das "Touristenleitsystem für Treptow-Köpenick. Info- und Wegesystem" näher vorgestellt. Zum Schluss wird darüber hinaus ein Projekt zur Schaffung eines Caravaning- und Campingplatzes mit einem Wasserwanderrastplatz nachrichtlich übernommen und interpretiert. |
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