| ||
A. Lokale TourismuswirtschaftWerden traditionelle Studien zur Tourismusentwicklung im Zielgebiet zu Rate für die empirische Phase gezogen, so zeigen sich recht bald Probleme in der Festlegung und Abgrenzung, was unter dem Begriff "Tourismuswirtschaft" zu verstehen ist. In die Berechnungen dieser Entwicklung gehen in der Regel nur das Beherbergungsgewerbe mit mehr als acht Betten, also das meldepflichtige Gewerbe, ein. Abgesehen von den Kleinstgewerben (bis zu acht Betten), Campingplätzen, Jugendherbergen usw., die in eine solche Berechnung einfließen müssten, stellt das Beherbergungsgewerbe nur eine der tourismuswirtschaftlichen Branchen dar. In der Tourismuswissenschaft (vgl. u.a. Freyer, W.: Tourismus. Oldenbourg) wird die Tourismuswirtschaft wie folgt (aus der Perspektive der Destination Treptow-Köpenick) unterschieden: 1. "Tourismuswirtschaft im engeren Sinn"- Beherbergungsgewerbe (Hotels, Pensionen, Motels, Campingplätze, Marinas)- Fahrunternehmen (zu Land, zu Wasser und in der Luft) - Tourismusinformation, Stadtführung und Zimmervermittlung 2. "Ergänzende Tourismuswirtschaft" oder "tourismusspezialisierte Unternehmen"- Verleihfirmen (Fahrräder, Boote, Autos usw.)- Reiseausrüster und Souvenirproduktion - Fahrzeugbau (z.B. Bootsbau) 3. "Tourismusabhängige Wirtschaft"-Gastronomie (Restaurants, Cafés, Ausflugslokale)- Zubehörhandel und Reparaturbetriebe -(Bekleidung, Sportartikel usw. bzw. Fahrräder, Boote, Autos usw.)- Tankstellen (z.B. Solar- und Wassertankstellen) - Bäder- und Sportanlagen (Freizeitanlagen und -einrichtungen) Auf Grundlage dieser Unterscheidung lässt sich nun der Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen im Tourismussektor kategorisieren. (1.) Der EU-Kommission zufolge zählen Unternehmen bis zu 50 Beschäftigten und bis 5 Mio. € Jahresumsatz zu den kleinen und Unternehmen bis zu 250 Beschäftigten und bis 40 Mio. € Jahresumsatz zu den mittleren Unternehmen. (2.) Nach H. Luft (2001: Organisation und Vermarktung von Tourismusorten und Tourismusregionen. Meßkirch) haben Kleinbetriebe im Beherbergungsgewerbe bis zu 45 Betten und die Mittelbetriebe von 46 bis zu 150 Betten. 1. Hinweise zur Datenlage
1.1 "Tourismuswirtschaft im engeren Sinn"Die Recherche zum Bestand des Beherbergungsgewerbes (Hotels, Pensionen, Motels, Campingplätze, Marinas) basierte im wesentlichen
Zunächst wurden nur die hauptgewerblich betriebenen und meldepflichtigen Betriebe mit mehr als acht Betten in die Liste aufgenommen, die dann nach den offiziellen bzw. im Tourismus üblichen Kriterien in drei Kategorien differenziert wurden: Kategrie A, Kleine Unternehmen mit 9 bis 45 Betten, Kategorie B, Mittlere Unternehmen mit 46 bis 150 Betten, und Kategorie C, große Unternehmen mit über 150 Betten. 1.2 "Ergänzende Tourismuswirtschaft"In diesem tourismuswirtschaftlichen Bereich haben wir uns aus nachvollziehbaren Gründen vorrangig auf jene Branchen beschränkt, die dem "Wassertourismus und -sport" zuzurechnen sind: Bootsverleih, Bootsausrüster und -bau. Die übrigen Branchen sind entweder nur schwer eindeutig dem Tourismusbereich zuzuordnen (wie z.B. Autoverleih), nur sehr marginal vertreten (wie z.B. Souvenirproduktion) oder werden von anderen Branchen als Dienstleistungen angeboten (wie z.B. Fahrradverleih in Hotels). Die von uns verwendeten Daten über den Bestand der "wassertouristisch" bzw. "-sportlich" orientierten Wirtschaft im Bezirk basieren im wesentlichen auf Internetrecherchen (z.B. www.gelbeseite.de) und auf dem sogenannten "Ladenstraßenatlas 2003" von der Johannisthaler Forschungstechnik GmbH. 1.3 "Tourismusabhängige Wirtschaft"Die gastronomischen Unternehmen einer Destination setzen sich aus unterschiedlichen Einrichtungen zusammen, wie z.B. Gaststätten, Ausflugslokalen, Bistros, Cafés usw. Dazu gehören auch die Imbissstände. Diese Einrichtungen tragen - mit wenigen Ausnahmen (z.B. im Müggelturmareal) - in der Regel nur wenig zur gastronomischen Versorgung ihrer Umgebung bei und sind aufgrund ihrer durchschnittlichen Betriebsgröße und Mobilität relativ standortneutral. Bei der Bestandsaufnahme der lokalen "Tourismuswirtschaft" werden sie nicht berücksichtigt. Das Augenmerk der Bestandsaufnahme lag auf der Erfassung und Kartierung der Gaststätten, Ausflugslokale und Cafés. Diese Einrichtungen sind aus ganz unterschiedlichen Gründen oftmals seit längerer Zeit im Gebiet ansässig. Sie sind wirtschaftlich sehr stark von der Nachfrage in ihrem Einzugsbereich abhängig. Zugleich sind sie Bestandteil eines örtlichen Milieus und eines stadträumlichen Zusammenhangs (manchmal sogar ortsbildbestimmend). In der Regel fallen diese Gastronomiebetriebe in die Kategorie der "Kleinen und mittleren Unternehmen". Die Gaststätten größerer Hotels, die Filialen von Gaststättenunternehmen und die Ableger von Fast-food-Restaurantketten werden in der Bestandsaufnahme lediglich erwähnt, sind jedoch nicht die Adressaten von Konzepten und Strategien, die im Rahmen der vorliegenden Studie erarbeitet wurden. Dies gilt auch für die Fälle, die selbständige Franchisenehmer sind und ihr gepachtetes Geschäft in eigener Verantwortung, aber in einem vom Franchisegeber vorgegebenen Rahmen (Geschäftsstrategie, Corporate Identity) führen. Da im Bestand der lokalen Gastronomie in der Regel die Fluktuation sehr hoch ist, (Anmeldungen vs. Abmeldungen) müssen die Daten möglichst immer aktuell sein, um verlässliche Aussagen über die aktuelle Zusammensetzung und Zahl der gastronomischen Betriebe treffen zu können. Schwierigkeiten bereiten unbereinigte Datensätze. Sie müssen einer Kontrolle unterzogen werden. Die Grundlage für die Erhebung aller gastronomischen Einzelbetriebe bildeten folgende Statistiken und Quellen:
Die erfassten Daten (Name des Betriebes, Adresse) wurden in einem weiteren Schritt neu nach dem Kriterium "Betriebsart" (Gaststätte, Café, Bistro, Segelschiffrestaurant etc.) zusammengestellt. Sensible Daten zur Betriebsgröße oder zum Umsatz sind nicht zugänglich (solche Daten konnten nur im Rahmen der Interviews erfasst werden). Wie im Bereich der "ergänzenden Tourismuswirtschaft" beschränkten wir uns im Falle der "Zubehör-, Bootshandel und Reparaturbetriebe" auf die Branchen des "Wassertourismus und -sport": Bootshandel und Bootszubehör. Quellen für die Bestandsaufnahme waren Internetrecherchen (z.B. www.gelbeseite.de) und der schon erwähnte "Ladenstraßenatlas 2003". Die Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Bezirk sind auf der Basis des "Gastgeberverzeichnisses 2002/2003" und den "Informationen aus dem Rathaus" Berlin Treptow-Köpenick 2002/2003 erhoben worden. Dabei wurden nur jene Einrichtungen erfasst, die nach Informationen von ortskundigen Kollegen und Experten mindestens eine lokale Bedeutung haben, v.a. Museen, Theater usw. Nicht aufgenommen sind die Einrichtungen mit offensichtlich eher nur sehr kleinräumlichen Ortsbezug wie z.B. Galerien, "Bürgertreffs" und Kinos. Die Bäder- und Sportanlagen wurden als gesonderte Kategorie nach Information der Berliner Bäderbetriebe sowie auf der Grundlage der "Informationen aus dem Rathaus" (2002/2003) vermerkt. | ||
© 2004 by Tourismusverein Berlin Treptow-Köpenick e.V. • [email protected] |