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2. Rahmenbedingungen, Schwächen und Stärken sowie Potenziale für die touristische Entwicklung2.1 RahmenbedingungenUnbestreitbar stellt die touristische Entwicklung eines Gebiets eine umfassende
Gestaltungsaufgabe dar, die weit mehr umfasst als dies in traditionellen
Tourismuskonzeptionen aufscheint. Dort scheint sie vorrangig eine Angelegenheit
wirtschaftspolitischer Institutionen und Gremien zu sein. Ist eine solche
Entwicklung abhängig von der landschaftsräumlichen, infrastrukturellen
und soziokulturellen Ausstattung von Räumen, so ergeben sich daraus raumbezogene
Planungsnotwendigkeiten mindestens zur "Sicherung bzw. Entwicklung von
Naturraum und Infrastruktur in Qualität und Quantität als Potenzial für
eine Freizeit- und Erholungsnutzung" sowie zum "Schutz und Interessenausgleich
für stärker oder weniger intensiv genutzte Räume im Hinblick auf Umwelt-
und Landschaftsschutz" (Weick/Germer). 2.1.1 Tourismuskonzeptionen für Treptow-KöpenickBevor auf die tourismusrelevanten Planwerke auf Landes- und Bezirksebene eingegangen wird, sollen die vorhandenen Tourismuskonzeptionen für den Bezirk unter die Lupe genommen werden. Hier kommt es vor allem darauf an, die Reichweite und die Tiefenschärfe der Aussagen dieser Konzepte darzustellen und gegebenenfalls Aspekte in die neue Konzeption zu übernehmen."Tourismuskonzeption Bezirk Treptow von Berlin" von 1995 Die Fremdenverkehrsgesellschaft für Berlin-Köpenick mbH erhielt im Juni 1995 vom Bezirksamt Treptow den Auftrag, eine Tourismuskonzeption für den Bezirk zu erarbeiten. Ziele der Konzeption waren eine Darstellung der Ausgangsbedingungen für die touristische Entwicklung und die Durchführung einer Stärken-Schwächen-Analyse, eine Untersuchung der Situationen in Gesamtberlin und in den angrenzenden Bezirken sowie die Formulierung von "Grundsätzen für ein Leitbild für die weitere Entwicklung". Die Bestandsaufnahme und die Ergebnisse der Befragungen und Analysen mündeten in "Grundlinien" für die touristische Entwicklung Treptows: "Nutzung des Tourismus als einen Wirtschaftsfaktor", "Gestaltung eines umweltverträglichen Tourismus", "Anbindung an die Traditionen im Naherholungsbereich, im Sport- und hier besonders im Wassersportbereich", "Konzentration von Aktivitäten auf die (touristischen - E.K.) Zentren", "Abstimmung und Koordinierung" mit dem angrenzenden Bezirk Köpenick und dem Land Brandenburg und "sozialverträglicher Ausbau des touristischen Potentials". Zielgruppen der Konzeption sollten die "Naherholer/Naturliebhaber", die "Städtetouristen" sowie die "Geschäftsreisenden" und "Wissenschaftstouristen" sein. Gewicht wurde vor allem auf den Sektor Naherholung und Geschäftstourismus gelegt. Den touristischen "Grundlinien" und der Zielgruppendarstellung folgten Ausführungen zu konkreten touristischen Entwicklungsprioritäten in den Bereichen "Infrastruktur/Verkehr", "Beherbergung/Gastronomie", "Service und touristische Dienstleistungen", "Sehenswürdigkeiten/Attraktionen" und Landschaft. "Touristische Leitlinien Köpenick" von 1998 Die "Touristischen Leitlinien Köpenick" sind im Oktober 1998 von der Fremdenverkehrsgesellschaft für Berlin-Köpenick mbH als "Diskussionspapier" für einen bezirksweiten Abstimmungsprozess vorgelegt worden. Den Auftrag erteilte das Bezirksamt Köpenick. Der Tourismus als besonderer Wirtschaftsfaktor stand im Mittelpunkt der Studie - Tourismus als Möglichkeit zur Schaffung von Arbeitsplätzen und steuerrelevanter Kaufkraft und zur Steigerung der lokalen Lebensqualität sowie als "weicher Standortfaktor", der "sich positiv auf das Umfeld für Unternehmen und die Entscheidung zur Ansiedlung von neuen Unternehmen auswirk(e)". Köpenick habe mit "seiner Landschaftsausstattung, seinem Naturraumpotential, seinem Potential an Kultur und Historie, seinen Denkmälern und den Potenzen seiner Tourismuswirtschaft" nicht nur ein eigenständiges Profil innerhalb Berlins. Der Bezirk sei "zugleich ein Zentrum für Berlin-Tourismus mit wachsender Bedeutung". Diesen Ausgangshypothesen entsprach das Vorgehen bei der Formulierung "touristischer Leitlinien": Darstellung des "Wirtschaftsfaktors Tourismus" und "ausgewählter Ergebnisse von Gäste- und Einwohnerbefragung", Vorstellung des "touristischen Potentials" im Bezirk sowie "Bewertung" und Aufzeigen von "Entwicklungsmöglichkeiten des touristischen Potentials". Nach einer Stärken-Schwächen-Analyse wurde ein "Profil" für ein touristisches Leitbild vorgeschlagen. Als "profilbestimmende Elemente" wurden aufgeführt:
Diesen Elementen eines Tourismusprofils folgten "Projekte und Maßnahmen
zur kurz- und mittelfristigen Verbesserung des touristischen Potentials",
Ausbau der touristischen Informations- und Leitsysteme, "Ausbau des touristischen
(
)Wegesystems", Entwicklung der "wassertouristischen Infrastruktur",
Verbesserung der "Parkmöglichkeiten für Touristen", touristische Aktivierung
von "Geschichte und Tradition", "Entwicklung von Event- und Erlebnistourismus",
"Revitalisierung (der) Bürger- und Kämmereiheide mit Müggelturmareal",
Aufbau eines "Solarparks Köpenick", Erweiterung der Kapazitäten im "Beherbergungsgewerbe"
und Förderung einer "Organisation der Tourismuswirtschaft". 2.1.2 PlanwerkeTourismusrelevante Prinzipien, Konzepte und Planungen werden auf allen räumlichen Planungsebenen mit wachsender Differenzierung formuliert. Schon auf der Ebene der Europäischen Raumordnung wird im Zusammenhang mit den Hauptzielen der Förderung einer "nachhaltigen Entwicklung" der Europäischen Union ("Europäisches Raumentwicklungskonzept" (EUREK) von 1999) allgemeine tourismusrelevante Grundsätze vorgestellt. So gehen die "Leitlinien für eine nachhaltige räumliche Entwicklung auf dem europäischen Kontinent" - beschlossen von der Europäischen Raumordnungsministerkonferenz (CEMAT) 2000 - vom "Grundsatz zur Förderung eines qualitativen und nachhaltigen Tourismus" aus, d.h. zur Entwicklung "qualitativ hochwertiger Formen des Tourismus" und Nutzung der sich "hieraus ergebenden Entwicklungschancen durch eine entsprechend ausgerichtete Raumentwicklungspolitik insbesondere für benachteiligte Regionen". (Vgl. Weick/Germer 2002: S. 20 f)Auch die Bundesdeutsche Raumordnung orientiert sich in ihrem "Raumordnungspolitischen Orientierungsrahmen" von 1992 und ihrem "Raumordnungspolitischen Handlungsrahmen" von 1995 an der "Leitvorstellung der nachhaltigen Raumentwicklung" (siehe auch das Bundesraumordnungsgesetz (ROG) von 1997). Auf dieser Planungsebene stehen einmal die "Erhaltung von Natur- und Landschaftspotenzialen und die Schwerpunktbildung für überregionale Erholungsräume" und zum anderen die Aktivierung "touristischer Potenziale zur Entwicklung insbesondere ländlicher Räume" im Vordergrund (Darstellung von Gebietskategorien, die für eine touristische Entwicklung nicht, in Ausnahmefällen oder grundsätzlich in Betracht kommen). (Vgl. Weick/Germer 2002: S. 21 ff) "Landesentwicklungsprogramm und Landesentwicklungsplan" von 1998 Das Landesentwicklungsprogramm, weiter konkretisiert im Landesentwicklungsplan engerer Verflechtungsraum (LEP eV), bildet die gesetzliche Grundlage der raumwirksamen Planungen in Berlin und im Land Brandenburg, die untergeordneten Planungen sind den hier festgesetzten - relativ unkonkreten - Zielen anzupassen. Leitbild bei den Zielfestlegungen ist die "Dezentrale Konzentration", deren Umsetzung schon im Raumordnungsgesetz gefordert wird. In der Praxis wird dieses Leitbild aber vielfach unterlaufen. So widerspricht die Ausbauplanung des Großflughafens Schönefeld (BBI) mit ihren Folgen, wie Siedlungsagglomeration, hohes Verkehrsaufkommen und Verbauen der Freiraumachsen, dem übergeordneten Prinzip der dezentralen Konzentration. Der Flughafen grenzt an den Bezirk Treptow-Köpenick; die negativen Auswirkungen auf die Umwelt machen sich schon jetzt bemerkbar. Der Teilbezirk Köpenick ist im LEP eV als stadtnahes Erholungsgebiet gekennzeichnet, das innerhalb eines Freiraumes mit besonderem Schutzanspruch liegt. Das bedeutet, die Belange von Natur und Landschaft sowie die Entwicklung der Freiraumfunktionen mit gleichermaßen aktiven wie ruhigen Erholungsformen haben hier Vorrang. Die konkurrierenden Bewahrungs- bzw. Schutz- und Nutzungsansprüche erfordern eine besondere, sensible Bewirtschaftung und eine Lenkung der Erholungssuchenden in diesem Gebiet. "Landschaftsschutzprogramm und Artenschutzprogramm (LaPro)" von 1994 Das Landschaftsschutzprogramm und Artenschutzprogramm Berlins (LaPro), entwickelt auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes von 1976, wurde für das gesamte Stadtgebiet, sowohl für die bebauten als auch für die unbebauten Bereiche, im Jahre 1994 verabschiedet. Die Inhalte sind in vier Programmplänen beschrieben. Die wichtigsten Ziele für den Bezirk Treptow-Köpenick sind:
"Regionalpark Müggel-Spree" von 2001 Das Konzept des "Regionalparks Müggel-Spree" stellt ein räumliches Strukturkonzept dar, dessen Aufstellung im LEP gefordert wird. Das Konzept verfolgt insgesamt einen ganzheitlichen Ansatz und ist - wie in der Agenda 21 formuliert - dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet. Der Regionalpark umfasst eine Fläche von 55.000 Hektar, die auf 16 Brandenburger Gemeinden und auf Berlin-Köpenick verteilt ist. Maßnahmenschwerpunkte des Konzepts sind:
Das Startprojekt für die Umsetzung des Konzepts stellte ein 142 km langer Radwanderweg durch den Regionalpark dar. Ausgangspunkt des Radweges war das Stadtschloss Köpenick. Von hier führt der Weg am S-Bahnhof Friedrichshagen, an der Gaststätte Rübezahl und am Müggelturm vorbei über Erkner, Rüdersdorf, Schöneiche bis nach Fürstenwalde. Dazwischen knüpfen verschiedene lokale Rundwege entweder mit Wechselpunkten zwischen Land- und Wasserwegen oder mit thematischen Schwerpunkten, wie z.B. ökologischen Modellprojekten, an. "Flächennutzungsplan (FNP)" von 1998 Landschaftsprogramm und Flächennutzungsplan sind aufeinander bezogen und ergänzen sich in den Aussagen. Die das Thema Naherholung berührenden Aussagen sind hauptsächlich in der erstgenannten Planung zu finden. Beim FNP handelt es sich um eine langfristige Zielplanung. So werden nicht alle kurzfristig wirksamen Änderungen mit in die Plandarstellung aufgenommen. Generell hat in den Planaussagen eine Anpassung an die tatsächlichen Entwicklungen der letzen Jahre stattgefunden. Die Flächenausweisungen wurden in vielen Fällen im Vergleich zu den ursprünglichen FNP-Darstellungen verkleinert. Eine Ausnahme bildet die Standortkennzeichnung "Spreewaldpark" als Festwiese: Hier ist die Fläche gegenüber der alten Darstellung erweitert worden. Annähernd die Hälfte der Fläche des Bezirks Treptow-Köpenick ist als Wald- bzw. Wasserfläche gekennzeichnet. Entlang der Gewässer sind in den besiedelten Teilräumen durchgehende - d.h. gleichzeitig auch stark idealisierte - Ufergrünzüge dargestellt, die aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nur zum Teil realisiert werden können. Als langfristige Entwicklung, die eine Entlastung der Altstadt vom Durchgangsverkehr bringen soll, ist auch eine nördliche Altstadtumfahrung vorgesehen. Entscheidende wirtschaftliche Signalwirkungen für die Entwicklung in Oberschöneweide werden von der Ansiedlung der FHTW Berlin in diesem Teilbezirk erwartet. Deren Standortkennzeichnung befindet sich derzeit im laufenden Planänderungsverfahren. Es wird erwartet, dass durch ein öffentliches Bekenntnis an bestimmte Planungsziele Gewerbetreibende und Investoren die nötige Planungssicherheit erhalten und darin Anreize für eine Niederlassung oder Investition im Stadtgebiet sehen. Da enge Abstimmungen zwischen den Stadtentwicklungsplänen (StEP) und dem FNP stattgefunden haben, sind weitere detaillierte Aussagen für den Bezirk den jeweiligen StEP-Einzelplänen zu entnehmen. "Planwerk Südostraum Berlin" von 2000 Die Raumanalyse des Planwerks erbrachte, dass der Südostraum Berlins zu den entwicklungsfähigsten Bereichen der Stadt zählt. Bemängelt werden aber die gestalterisch vernachlässigten Frei- und Grünräume, was dem - angestrebten - grünen Image des Bezirkes kaum entspreche. Darüber hinaus würden Potenziale, wie z.B. an der Spree oder am Müggelsee, nur punktuell wahrgenommen. Zentrales Anliegen des Planwerkes ist die Herstellung eines räumlichen Zusammenhangs, die Erleichterung der Orientierung und Wahrnehmung sowie das Befördern einer räumlichen Durchlässigkeit. Diese Ziele sollen vorrangig durch die Ergänzung des vorhandenen Wegenetzes um entsprechend neue Verbindungen erreicht werden. Weitere relevante Planungsziele sind:
Die Vertiefungsräume im Bezirk Treptow-Köpenick sind:
"Stadtentwicklungsplan - Öffentlicher Raum" von 1999 Dieser Plan setzt folgende Schwerpunkte:
"Stadtentwicklungsplan - Gewerbe" von 2000 Diese Planung steht in keinem direkten Tourismuskontext. Hier geht es vorrangig um die Entwicklung der Gewerbegebiete auf der östlichen Entwicklungsachse Schöneweide sowie des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Adlershof. Im Einzelnen bedeutet dies folgende Profilbildungen in den Quartieren:
"Stadtentwicklungsplan - Wohnen" von 1999 Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung sind Flächenarrondierungen bevorzugt zu betreiben und Infrastrukturreserven müssen ausgeschöpft werden, um einem weiteren Flächenverbrauch vorzubeugen. Die historischen Stadtkerne der Altstadt Köpenick und des Ortsteils Schmöckwitz sind weiter zu stabilisieren und die von Segregation betroffenen Stadtteile sind aufzuwerten Der Schwerpunkt der Planungsmaßnahme richtet sich insbesondere auf die drei Sanierungsgebiete (Altstadt, Oberschöneweide und Niederschöneweide). In den Ortsteilen Grünau und Müggelheim können kleinteilige Vorhaben im Rahmen einer Innenentwicklung realisiert werden. In Altglienicke und in Köpenick stehen die Sicherung von stadträumlichen Qualitäten und die Entwicklung hochwertiger Bautypologien im Vordergrund. Die Nutzung und Verbesserung der technischen und sozialen Infrastruktur sowie eine Qualifizierung der öffentlichen Räume ist dabei unerlässlich. "Wirtschaftsstandort Berlin: Entwicklungskonzept für den produktionsgeprägten Bereich" von 1998 Das Entwicklungskonzept verfolgt eine Berlinweite Ausweisung von Gewerbegebieten als Grundlage für Investorenentscheidungen. Die jeweiligen Gewerbegebiete werden in der Planungsbroschüre hinsichtlich ihrer Lage, Größe, Infrastruktur, planungsrechtlichen Gegebenheiten sowie einer Zielgruppenanforderung kurz beschrieben. Ausweisungen im Bezirk Treptow-Köpenick:
"Entwicklung der Berliner Wasserlagen" von 2002 Hier wurden umfangreiche Ausweisungen der Kategorie "Sicherung und Entwicklung von Einrichtungen und Anlagen des Wassersports, -touristik" gemacht sowie die Entwicklung des Land-Wasser-Übergangs gefordert. Dies bedeutet teilweise den Rückbau der Uferbefestigung entlang der Dahme. Weitere Zielsetzungen sind die Öffnung der Uferbereiche, die Verknüpfung des Spreeraumes mit den großen Grünbereichen im Umfeld und die Nutzung der Spree als Verbindungselement zwischen den Stadtteilen. Darüber hinaus gilt:
Schöneweide soll der "traditionelle Innovationsstandort an der Oberspree" bleiben. Dazu bedarf es der Stärkung einmal der Gewerbenutzung (Oberschöneweide) und zum anderen der Wohnnutzung (Niederschöneweide). Ebenso sollen die Einzelhandelszentren profiliert werden: Neubau eines Stadtteilzentrums am Bahnhof Schöneweide sowie Verdichtung des bestehenden Zentrums in Oberschöneweide. "Bereichsentwicklungsplan KÖP 1" von 1998 Der BEP versucht, die in Köpenick vorherrschenden Konflikte zwischen Stadt und Landschaft, zwischen gebauter Umwelt und Natur (Waldrand, Wuhletal, Wassernutzung, Trinkwasserschutz) sowie die Defizite und Probleme, die durch die die Teilgebiete trennenende Barrieren, durch die Belastungen infolge des Durchgangsverkehrs, die zahlreichen Brachflächen sowie durch bauliche Instandsetzungs- und Modernisierungsdefizite entstehen, planerisch zu beheben. Dabei sollen Potenziale wie die hohe Umgebungsqualität (Wasser, Grün), die Nachverdichtungsreserven und die vorhandenen dezentralen Nahversorgungsschwerpunkte vorrangig genutzt werden. Ein wesentliches Ziel besteht in der Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur - und zwar unter Einbeziehung der Themenfelder Wassersport, Reiten, Wandern, Bildungs- und Erlebnistourismus sowie Nutzung alternativer Energieformen (Solarenergie). Weitere Entwicklungsziele wie "Stadt am Wasser und im Grünen", Öffnung der Stadt zum Wasser, Sicherung und Entwicklung Uferbereiche sollen ebenfalls den Naherholungsanforderungen Rechnung tragen. In diesem Zusammenhang sind auch die beabsichtigten Grünvernetzungen (Spree, Dahme, Wuhletal, Waldgebiete) und das Prinzip der Wahrung von ökologischen Entlastungsfunktionen zu sehen. Folgende Planungsziele sollen ebenfalls umgesetzt werden:
"Bereichsentwicklungsplan TREP 1" von 2000 (wurde wegen der Bezirkszusammenlegung nicht beschlossen) Der Ortsteil Treptow ist von einer ähnlichen Problemlage wie Köpenick betroffen. Zu den bereits bei der BEP Köpenick genannten Potenzialen kommt ein weiterer Standortvorteil hinzu - die Innenstadtnähe. Touristische Zielsetzungen werden hier jedoch nicht ausdrücklich genannt, außer dass der seinerzeit eigenständige Bezirk neben seinen Wohn- und Arbeitsfunktionen auch in seinen Erholungsfunktionen gestärkt werden soll. Dies soll erreicht werden durch:
Für die anderen Sektoren werden folgende Planungsziele genannt:
"Rahmenpläne für die Stadterneuerung" von 1993 bis 1994 Die Sanierungsnotwendigkeit der Gebiete ergab sich aus den langanhaltenden negativen Prozessen und Entwicklungen im Bezirk wie massive Bevölkerungsabwanderungen, Instandsetzungsmängel bei Gebäuden und Infrastruktur, Fehlen einer "gesunden" Nutzungsmischung, Monofunktionalität großer Räume, Verwahrlosung der Altstadt, Fehlen von wohnungsnahen Grün- und Freiflächen. Im Bezirk Treptow-Köpenick wurden insgesamt drei Sanierungsgebiete förmlich festgelegt: Köpenick Altstadt/Kietz Vorstadt (1993), Oberschöneweide (1995) und Niederschöneweide (1994). 1. Sanierungsziele für die Köpenicker Altstadt/Kietz Vorstadt: Die 1993 formulierten ursprünglichen Sanierungsziele wurden neun Jahre später neu gewichtet, da einige der vordringlichen Ziele bereits umgesetzt werden konnten. So liegt jetzt der Schwerpunkt anstatt auf der Erneuerung der Altbausubstanz auf der Aufwertung der öffentlichen Räume zwecks Wiederbelebung der Altstadt. Besonderes Augenmerk wird auf die Profilierung der Dienstleistungs- und Warenangebote in Richtung gehobenen Bedarfs sowie Tourismus und Kultur gerichtet. Probleme bereitet neben der ins Stocken geratenen Belebung der Altstadt die Situation des ruhenden Verkehrs (Parkplatzprobleme). Auch ist es Berlinweit schwierig geworden, geeignete Investoren zur Baulückenschließung zu finden. Aus diesem Grund wurde ein Brachflächenkonzept für den Altstadtbereich erstellt, in dem die Zwischennutzung der Brachen als privat zu bewirtschaftende Parkflächen empfohlen wird. Um stadtbildprägende Raumkanten zu erhalten, sollen die Flächen bis zu ihrer endgültigen Bebauung mit Hecken und Pergolen gestaltet werden. Weitere touristisch relevante Sanierungsschwerpunkte sind:
Zudem werden folgende Ziele verfolgt:
2. Sanierungsziele für Oberschöneweide: Der Schwerpunkt der Sanierungsziele liegt auf dem Erhalt und der Erneuerung der Altbausubstanz sowie auf der Stärkung des Stadtteils als Wohnungsstandort mit einer entsprechenden Infrastruktur. Die Verbesserung der Verkehrssituation hängt stark vom Bau der Süd-Ost-Verbindung ab, deren Verlauf zwar im FNP verzeichnet, jedoch deren Finanzierung nicht gesichert ist. Weitere Ziele sind:
3. Sanierungsziele für Niederschönewei
"Lärmminderungsplan Altstadt Köpenick" (derzeit in BVV-Abstimmung) Heftige Debatten löst die derzeit in Abstimmung befindliche Lärmminderungsplanung für die Altstadt Köpenick und Stadtteile Adlershof, Köllnische Vorstadt, Allende-Wendenschloss und Dammvorstadt in der Öffentlichkeit aus. Planungsanlässe sind der durch den starken Verkehrslärm auftretende Konflikt zwischen Wohnnutzung und Durchgangsverkehr sowie die entsprechenden Beeinträchtigungen der Nutzbarkeit und Erlebbarkeit des öffentlichen Raumes. Die wichtigsten Planungsziele für den Altstadtbereich sind:
2.1.3 "Lokale Agenda 21 Treptow-Köpenick"Der ehemalige Bezirk Köpenick ist 1996 in den "Agenda-Prozess" eingestiegen, der 1992 von der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro durch Unterzeichnung der "Agenda 21" (Aktionsplan für das 21. Jahrhundert) in Gang gesetzt wurde. Schon im September 1996 lag ein erster Arbeitsentwurf einer "Lokalen Agenda 21" vor, in dem Handlungsfelder definiert, eine Bestandsaufnahme vorgenommen sowie Maßnahmen und Verpflichtungen festgelegt wurden. Dabei entwickelten sich Arbeitsstrukturen, die zum "Köpenicker Drei-Säulen-Modell" (Bezirksverwaltung, "Forum Umwelt und Entwicklung" und "Ökumenisches Forum") führten. Der Arbeitsentwurf wurde überarbeitet und im November 1997 wieder vorgelegt. Auf der Grundlage von Empfehlungen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Köpenick, von Änderungs- und Ergänzungsvorschlägen aus der Bevölkerung und von Vorschlägen des "Ökumenisches Forum" im Jahr 1999 erfolgte eine weitere Überarbeitung der Agenda, die im September 2000 abgeschlossen wurde. Anfang 2001 brachte der Bezirk den neuen Entwurf in den "Konsultationsprozess" mit dem Bezirk Treptow ein. Eine gemeinsame Agenda 21 für den Fusionsbezirk Treptow-Köpenick sollte erarbeitet werden.Im Bezirk Treptow begann der "Agenda-Prozess" 1997. Dieser Prozess wurde vom "Forum Lokale Agenda 21 Treptow", von der "Projektgruppe Lokale Agenda 21" bei der Johannisthaler Forschungstechnik GmbH (JoFoTec) und von Mitarbeitern des Bezirksamtes getragen. Die Gruppen fanden sich zum "Bürgerforum Lokale Agenda 21 Treptow" zusammen und erarbeiteten in Arbeitsgruppen und mit Unterstützung von Bezirkskoordinatorinnen Entwürfe für eine "Lokale Agenda 21 Treptow" (1998 und 1999), in denen Ergänzungs- und Veränderungsvorschläge der örtlichen Initiativen und Interessengruppe sowie der Ausschüsse der BVV Treptow berücksichtigt wurden. Im Februar 2002 lag der vorliegende Entwurf einer Agenda für den Fusionsbezirk Treptow-Köpenick vor. Ein Redaktionskreis aus Vertretern beider Teilbezirke fasste die Ergebnisse der beiden bisherigen Entwürfe zusammen und aktualisierte sie. Im Mai bzw. im Juni 2002 nahmen das Bezirksamt und die BVV Treptow-Köpenick den Arbeitsentwurf der Lokalen Agenda 21 zur Kenntnis und empfahlen ihn als Grundlage für die weiteren Diskussionen im Bezirk. Der Agenda-Entwurf gliedert sich in 12 Themenfelder, die einzeln von der Bestandsaufnahme bis zu Vorschlägen konkreter Maßnahmen abgehandelt werden. Die inhaltliche Klammer bilden eine Skizze ortsbezogener "Leitbilder zur zukunftsfähigen Entwicklung des Bezirks Treptow-Köpenick", die zur Agenda hinführt, und eine Vorstellung eines "Systems von Nachhaltigkeitsindikatoren". Betrachten wir diesen Entwurf aus der Perspektive von Tourismus und Freizeit, so finden sich doch einige Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten (vgl. hierzu und im folgenden Konter 2003). Der Tourismus wird in dieser "Agenda" trotz seiner unbestrittenen ökonomischen und sozialen Bedeutung als lokaler und regionaler Entwicklungsfaktor nur sehr zurückhaltend, sehr widersprüchlich und unzureichend behandelt. In den meisten Kapiteln ("Themenfeldern") wird der Bereich "Freizeit, Erholung und Tourismus" nicht einmal angesprochen, im wesentlichen auf "Naherholung" verkürzt oder als einzuschränkende Erscheinung erwähnt. Es ist aufgrund der sozialen, kulturellen und ökonomischen Bedeutung des Tourismus für den Bezirk sowie aufgrund der tourismusrelevanten Bestände und Potenziale des Bezirks nicht nachvollziehbar, warum Treptow-Köpenick nicht ebenso aktiv zu einer attraktiven touristischen Destination gerade unter den Prämissen der Nachhaltigkeit entwickelt werden soll. Interessanterweise, auf den ersten Blick jedoch unerwartet, wird im Themenfeld "Schutz des Naturhaushaltes" nach der Hervorhebung der Qualitäten des Landschaftsraumes (Parks und Wälder) das Ziel formuliert, die "Naturräume Treptow-Köpenicks (...) zu einer Urlaubsregion Berlin-Brandenburg zu entwickeln". In den dazugehörenden "Maßnahmen" kommt sogar zum ersten und einzigen Mal der Begriff "sanfter Tourismus" als etwas zu Förderndes und Lenkendes vor. Weitergehende touristische Ziele sind in die "Differenzstandpunkte" verschoben, wobei zugleich die Gefahr der touristisch initiierten "Übernutzung" beschworen wird. Dass der Bezirk außer den landschaftlichen noch andere touristisch relevante Bestände und Potenziale besitzt, ist völlig aus dem Blickfeld der Bearbeiter geraten. Im Themenfeld "Wirtschaftsentwicklung" wird der Tourismus hingegen an mehreren Stellen - einmal sogar als zukunftsfähig - genannt, auffälligerweise mehr in den "Zielsetzungen" und "Maßnahmen" als in der Bestandsbeschreibung. Unverständlich bleibt die Unterbelichtung des Freizeit-, Erholungs- und Tourismusbereichs in den Erläuterungen der "Agenda" zur sozioökonomischen Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen für den Bezirk und die Region. Dabei besteht die lokale Tourismuswirtschaft weit überdurchschnittlich aus kleinen und mittleren Unternehmen, ist also geradezu der Prototyp eines lokal bezogenen und orientierten Wirtschaftsbereichs. Diese Fehlstelle ist verwunderlich, da dieser Wirtschaftsbereich als einer der wenigen reale wirtschaftliche Entwicklungspotenziale für den Bezirk besitzt. Ein wesentlicher Grund für die Einäugigkeit und teilweise Blindheit für den Tourismusbereich liegt schon darin, dass in den "Leitbildern" das Individuum, das ja der zentrale Träger von Nachhaltigkeit sein soll, überhaupt nicht vorkommt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Individuum im Themenfeld "Verankerung einer Nachhaltigkeitsethik" auf die Dimensionen Politik, Arbeit, Bildung und Konsum verkürzt wird. Die Dimension der Nichtarbeitszeit, d.h. der Freizeit, Erholung und des Tourismus, und die dort vorherrschenden Verhaltens- und Handlungsformen fallen völlig aus dem Blickfeld, wenn es um die "Verankerung einer Nachhaltigkeitsethik" geht. Verhalten und Handeln im Bereich Freizeit, Erholung und Tourismus lassen sich eben nicht einfach unter den Begriff "Konsum" subsumieren, da ihre soziale, kulturelle und räumliche Reichweite und Wirkung in der Regel über jene des alltäglichen Konsums von Waren hinausgehen. Die Einbeziehung des Bereichs Freizeit, Erholung und Tourismus in dieses Themenfeld würde schon im Vorfeld dem weit verbreiteten Vorurteil entgegen wirken, dieser Bereich sei grundsätzlich im Widerspruch zur Nachhaltigkeit zu sehen und somit nur über Beschränkungen "ökologisch" zu zähmen. |
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